, Langhart Roli

Rückblick Tischtennis Senioren Europameisterschaften in Rimini/IT

Die Reise nach Rimini startete am 26. Juni 2022. An diesem Sonntag war es am Morgen schon sehr warm und es sollte noch heisser werden. Im Vorfeld wurde beschlossen, dass Oli, Elmira, Iwi und Roli sich am Bahnhof Wetzikon treffen und mit dem Zug nach Zürich fahren. Die Gruppe wurde in Uster durch Achim und am HB Zürich durch Chrigi auf sechs Personen vergrössert. Nach einer kurzen Verpflegungspause ging es von Zürich nach Milano. In Art Goldau, wurden die glorreichen sieben durch Berit vervollständigt. Bis Milano verging dann die Zeit wie im Flug und dank der SBB die typisch schweizerisch sehr pünktlich war, hatten wir auch genügend Zeit für das Umsteigen.

Im neuen Wagon fiel aus technischen Gründen die Klimaanlage aus und wir hatten zum ersten Mal in diesen Ferien richtige Schweissausbrüche. Zum Glück mussten wir nur knapp eine viertel Stunde auf unseren Sitzen ausharren. Kurz nach der Abfahrt in Milano, durften wir in der ersten Klasse Platz nehmen und dieser Vorzug wurde mit Wasser, Sekt und Snack versüsst. Beeindruckend wie schnell und unkompliziert das in Italien auch funktionieren kann. Nach ein paar Jass und Würfelrunden kamen wir erholt in Rimini an.

Mit dem Taxi ging es zuerst ins Hotel und anschliessend zu der Austragungsstätte Rimini Fair. Dort angekommen erhielten wir in Rekordtempo unsere Teilnehmernummern, Zugangs-Badge, Rucksack und weitere Unterlagen. Immer noch beeindruckt von dieser organisatorischen Effizienz haben wir beschlossen bei der Eröffnungsfeier dabei zu sein. Leider war diese Feier dann ein Reinfall. Die Akustik in der riesigen Halle war schlecht und man hat sozusagen nichts verstanden, egal in welcher Sprache es wiederholt wurde. Etwas enttäuscht machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel und liessen den Abend bei einem gemeinsamen Essen und einem Spaziergang am Strand ausklingen.

Am ersten Turniertag standen nur gerade Elmira und Roli im Einsatz. In den Alterskategorien wurden die Gruppenspiele ausgetragen und das Ziel der beiden, war die Qualifikation für die Hauptrunde. Schon das Einspielen war eine grosse Herausforderung, da ja noch andere einspielen wollten. Elmira schaffte diese Hürde locker und besiegte ihre zwei Konkurrentinnen aus der 3-Gruppe klar. Roli startete in einer 4-Grupppe, in der ein Spieler gleich zu Beginn verletzt aufgeben musste, ohne einen Ball gespielt zu haben. Nach einem klaren 3:0 Erfolg, folgte eine ebenso klare Niederlage. Am Ende reichte es für Platz zwei in der Gruppe und somit wurden die sportlichen Ziele erreicht. Die Jüngeren hatten einen freien Tag und haben sich am Pool mit Frühstück, auf dem Zimmerbalkon mit Mittagessen oder am Meer mit Bier und Wein die Zeit um die Ohren geschlagen. Zwischendurch wurde auch mal was gelesen, gespielt oder gesurft, natürlich auf dem Telefon. Das Abendessen fand dann wieder zusammen statt und der Schlummertrunk wurde gemeinsam eingenommen.

Der Dienstagmorgen stand im Zeichen der restlichen Einzelgruppenspiele der Alterskategorien. Oli und Berit qualifizierten sich mit je einem klaren Sieg und einer klaren Niederlage für die Hauptrunde. Iwi hatte kein Losglück und musste sich gleich dreimal ohne grosse Chancen geschlagen geben. Bei Chrigi und Achim lief es ebenfalls nicht nach Wunsch. Mit je einem Sieg und zwei Niederlagen reichte es am Schluss für den dritten Gruppenplatz, damit folgten sie Iwi in die Trostrunde. Am Nachmittag starteten die Doppelkonkurrenzen. Berit und Barbara spielten ihre Gegnerinnen schwindlig und verloren in den drei Partien keinen einzigen Satz. Auch Elmira und Petra spielten sich für weitere Aufgaben warm. Sie gaben in den zwei Partien nur gerade einen Satz ab und gewannen die Gruppe ebenfalls. Oli hatte dafür umso mehr Pech, sein zugeloster Partner erschien nicht an der Platte und somit musste er unverrichteter Dinge den Schläger wieder einpacken. Schade bedenkt man, dass sein Partner am Morgen noch Einzel spielte. Chrigi und Iwi, wie auch Achim und Roli, gewannen in ihrer Gruppe je ein Spiel und mussten sich je zweimal geschlagen geben. Besonders bitter war die letzte Niederlage von Achim und Roli, die im 5 Satz sogar einen Matchball hatten. Die Damen von Wetzikon qualifizierten sich locker für die Hauptrunde, während sich die Herren mit der Trostrunde abfinden mussten. Dank Elmira, die an diesem Tag ihren 67 Geburtstag feierte und das Nachtessen sponsorte, waren Frust oder Freude schnell vergessen. An dieser Stelle möchten wir uns alle nochmals herzlich bei Elmira bedanken. Ein schöner Abend der wie immer mit einem Schlummertrunk beendet wurde.

Der Mittwoch stand im Zeichen der Erholung. Es waren keine Spiele angesetzt und jeder konnte machen was er wollte. Das Frühstück am Pool war jeden Tag ein Genuss und wenn man schon so viel Zeit hatte, durfte es auch mal ein bisschen länger dauern. Bei einzelnen standen die Vanillegipfel hoch im Kurs. Nicht immer war es gesund, dafür schmeckte es vorzüglich und mit einem servierten Kaffee war das Morgenessen perfekt. Den restlichen Tag verbrachten wir im Pool, am Meer, mit shoppen oder faulenzen. Alle versuchten sich auf ihre Weise für das anstehende Programm zu erholen. Am Abend ging es dann mit dem Taxi ins «Grand Hotel di Rimini» ans gebuchte Galadinner. Es folgte ein Apero mit Livemusik im Garten und anschliessend durften wir für das Nachtessen auf der riesigen Hotelterrasse Platz nehmen. Rückblickend kann man sagen, dass das Essen und der Wein unter freiem Himmel einfach super waren. Danke Chrigi, dass du uns ermuntert hast dabei zu sein. Wir beschlossen den Abend mit einem Fussmarsch ausklingen zu lassen. Auf dem Rückweg zum Hotel kam uns der Klub «Coconuts» in die Quere und drei von uns entschieden sich kurzerhand den Abend noch ein wenig zu verlängern. Schlussendlich kamen aber alle sehr früh und gesund im Hotel an.

Der Donnerstag startete dann recht harzig und wir erschienen tröpfchenweise zum Frühstück. Jeder dachte sich wohl, zum Glück sind die Spiele erst am Nachmittag und wir können noch ein wenig am Pool chillen. In der Halle angekommen ging es gleich zur Sache. In der Trostrunde hatten Achim, Iwi und Chrigi nicht viel zu melden und sie gingen allesamt mit 0:3 unter. In der Hauptrunde erging es Berit mit 1:3 und Roli mit 2:3 auch nicht viel besser und somit war der Arbeitstag für diese fünf schon wieder vorbei. Oli bekam es in seinem Hauptrundenspiel mit Rocco Ferrari zu tun. Glücklicherweise spielte dieser nicht annähernd so schnell wie es der Name vermuten lies. Mit 3:0 qualifizierte sich Oli für die Runde der letzten 32. Dort war dann jedoch Endstation und er musste sich trotz einem überraschenden Satzgewinn gegen einen sehr starken Ungarn geschlagen geben. Somit war er der beste Einzelspieler von Wetzikon an diesem Turnier. Elmira war wie immer eine Klasse für sich. Mit drei Siegen und nur einem Satzverlust, sicherte sie sich das Ticket für die Halbfinals vom Samstag. Ein ausgiebiges Nachtessen lag danach leider nicht mehr drin und wir entschieden uns für die gemütliche Pizzarunde auf dem Balkon, mit abschliessendem Schlummertrunk.

Auch am nächsten Tag konnten wir es eher locker angehen. Für Oli war es sogar ein spielfreier Tag, da er im Doppel keinen Partner hatte. Er musste deshalb für alle anderen die Vorzüge des Hotels testen. Unterdessen spielten Achim und Roli erneut unter ihren Möglichkeiten und mussten sich im ersten Spiel der Trostrunde mit 2:3 geschlagen geben. Auch Berit und Barbara erging es nicht viel besser. Im ersten Hauptrundenmatch waren die Gegnerinnen zu stark und das Spiel endete mit 0:3. Wie in den Gruppenspielen gaben Elmira und Petra in zwei Partien nur einen Satz ab und qualifizierten sich locker für die Halbfinals. Auch Chrigi und Iwi hatten noch nicht genug. In der Trostrunde spielten sie gross auf und gewannen die ersten zwei Spiele klar mit 3:0, bevor sie sich im dritten Spiel gegen sehr starke Gegner mit 2:3 geschlagen geben mussten. Ob Sieg oder Niederlage, alle hatten sich an diesem Tag ein Bier für die Unterstützung verdient. Genüsslich wurden die Burger verdrückt, bevor es ans Strassenfest gleich um die Ecke ging. Es wartete eine Art «Caliente di Rimini» auf uns. Bei warmen Temperaturen und lauter Musik haben wir bis Mitternacht getanzt, gelacht und den Abend ausklingen lassen.

Samstag der Tag der Halbfinals und Finals. Damit Elmira weiterhin erfolgreich bleibt, wurde Berit zur Sparringspartnerin befördert. Achim der nicht mehr so gut sehen konnte, trat die Stelle als Coach direkt neben der Spielbox an. Oli, Chrigi und Iwi waren für die akustische Unterstützung auf der Tribüne verantwortlich, während Roli das Spielgeschehen kritisch kommentierte. Elmira und Petra waren also nur noch für die Siege zuständig und das gelang ihnen im Halbfinale mit 3:1 ausgezeichnet. Das Finale war dann aber eine klare Sache und ging mit 0:3 verloren. Trotz der Niederlage konnten sich Elmira und Petra über den Vize-Europameistertitel riesig freuen. Nach den Siegerehrungen im Doppel, die altersbedingt etwas länger gingen, standen die Finalspiele der Einzelkategorien auf dem Programm. Elmira setzte sich im Halbfinale zuvor gewohnt locker 3:0 durch und somit fehlte ihr nur noch ein Sieg zum totalen Erfolg. Das Finale war dann für die Nerven der Wetziker ein wahrer Genuss. Ohne grosse Probleme und in Rekordtempo, wurde die israelische Gegnerin mit 3:0 von der Platte geschossen. Die anschliessenden Siegerehrungen der Einzelkategorien waren der zu Beginn dieses Tages erhoffte Abschluss. An dieser Stelle nochmals herzliche Gratulation Elmira, du bist einfach Weltklasse. Mit einer Gold- und Silbermedaille im Gepäck verabschiedeten wir uns recht zügig von der Spielstätte. Im Hotelpool wurde anschliessend auf die grossartigen Erfolge unseres Aushängeschildes angestossen. Nach dem gemeinsamen Nachtessen durften wir als Dessert auf dem Balkon noch ein langes Feuerwerk bewundern, dass den ganzen Tag perfekt abrundete und wunderbar dazu passte.

Sonntagmorgen und die Woche war bereits wieder vorbei. Wir fuhren mit dem Taxi zum Bahnhof, wo wir den Zug nach Milano erwarteten. Die Betonung liegt in diesem Fall bei «warteten». Mit rund einer halben Stunde Verspätung verabschiedeten wir uns von Rimini und uns war schnell klar, dass wir unseren Anschluss in Milano somit verpassen werden. Mit jassen, würfeln und lesen wurde die Zugfahrt überbrückt. Verkehrstechnisch musste der Zug dann noch einen Umweg nehmen und somit blieb genügend Zeit die Weiterfahrt zu planen. In Milano angekommen wechselten wir im Sprint und erschöpft von der bisherigen Fahrt, in den überfüllten Regionalzug nach Lugano. Schon da zeigte sich, dass die Strapazen der letzten Tage nicht an allen spurlos vorbeigegangen waren. Nachdem wir uns in Lugano mit Esswaren und Getränken versorgten, ging es auf die letzte Etappe Richtung Zürich bzw. nach Hause. Nach der Ankunft waren alle froh, endlich wieder in vertrauter Umgebung zu sein.

Abschliessend war es eine super Woche unter Vereinsmitgliedern und deshalb allen ein herzliches Dankeschön für unvergessliche Rimini-Tage. 

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